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Gute-Nacht-Geschichten PDF Drucken E-Mail

Prolog

„Und?“ fragt Suz und dreht sich zufrieden um. „Hmmm??? Meinst Du nicht, Du bist ein bisschen zu alt für so was?“ „Nö, wieso, die Konkurrenz ist jung und schläft nicht!“ „Stimmt! Die studiert nämlich noch und kann es sich leisten, die ersten Vorlesungen zu verpennen!“

Zur gleichen Zeit gehen Anne und Moritz mit der Babysitterin die Bedienungsanleitung für ihre Zweijährige durch. Nachdem sie noch dreimal die Spieluhr angemacht, mindestens sechsmal einen Luftikuss ins Zimmer gepustet und sich dann endlich auf Zehenspitzen aus ihrem Neu-Ehrenfelder Altbau rausgeschlichen haben, schaut Anne Moritz fragend an. „Super: Elternabend! Ich hab Lust, mal wieder richtig abdancen zu gehen! Haste ne Idee?“

Das angesagteste Jeanslabel prangt vom knackigen Hinterteil. Das Shirt passt zur Augenfarbe und die Haare sehen nach einer Stunde gekonnter Bearbeitung perfekt ungestylt aus. Eigentlich kann er jede haben. Aber: Will er überhaupt jede? Diese albernen Hühner, die ihn von weitem anhimmeln und kichernd mit ihren Freundinnen tuscheln, um dann den Rest des Abends herum zu simsen, ob nicht doch noch irgendwo ne geilere Party am Start ist …

Drei Geschichten in einer Stadt – heute vereinen sie sich zu einer wirklich guten Nachtgeschichte ...

Fortsetzung folgt …

 

Kapitel I

„Cooler Typ!“ – „Yep! Und was für ein Arsch!“ – „Wie jetzt?“ – Suz dreht sich irritiert zu ihrer Freundin um: „Woher willst Du das denn wissen? Kannst Du doch von hier aus gar nicht sehen.“ Die Freundin beseelt von drei KaMus wenig diskret zu einem Typen an der Bar. Suz würdigt das Objekt der Begierde kaum eines Blickes und wendet sich wieder der Bühne zu. „Den meine ich gar nicht, sondern den DJ!“ (Wie kann man sich so wenig für Musik interessieren?) „Was? Den dürren Glatzkopf?“ (Wie kann man so einen unterirdischen Männergeschmack haben.) „Ja!!! Der hat echt Ahnung“ schwärmt Suz und versucht weiterhin Blickkontakt mit J Walkin zu bekommen, der gerade mit Headphones auf dem Kopf einen Q-Punkt setzt, um gekonnt das nächste Stück einzuspielen. Suz Freundin zuckt mit den Achseln und entscheidet sich für die vierte KaMu – natürlich nur, weil Rotwein und Cola ihr neues Lieblingsgetränk ist und nicht etwa, weil das graublaue Hemd so umwerfend zu den Augen des Beaus an der Bar passt.

„Hey!“ „Ja, hi“ (die Freundin sieht viel besser aus). „Lädst Du mich zu einer KaMu ein?!“ (Nee is klar?!) „Dachte eher an einen Havanna Club“. (Mein Gott, hat der ein Grinsen). (Wieso fixiert die niedliche Rothaarige die ganze Zeit den DJ?) „Wie kommst Du denn auf die Party?“ zettelt die Freundin von Suz ein Gespräch an. „Hab früher mal intensiv Hockey gespielt …“ den Rest der Geschichte kann man sich denken – oder auch nicht.

„Guck mal Moritz! Was glaubst Du, ob die kleine Blonde diesen gut aussehenden Typen an der Bar abschleppt?“ – „Findest Du, dass der gut aussieht?“ – „Darum geht’s doch gar nicht. Gehen die zusammen oder nicht?“ – „Keine Ahnung.“ – „Ich glaube nicht! Willst Du wetten?“ „Wetten?“ – „Ja, lass uns darum wetten, wer Maya morgen früh die Flasche macht.“ – „Moment. Bevor ich wette, muss ich mir das erst mal genauer ansehen.“

Nachdem beats ’n’ bytes zunächst ordentlich gejamt haben, Saxophonist Eike ins Horn geblasen, Gitarrist Olli in die Seiten gegriffen und Percussionistin Susanne auf die Bongos eingetrommelt hat sowie Tenor Giacomo mal so richtig gerockt und Soulsängerin Nina wunderbar gepopt hat und alle gemeinsam mit einigen außerordentlich groovigen Sets dem Publikum eingeheizt haben, DJ J Walkin jedermann – und ganz besonders eine Frau – mit seinem Wahnsinns-Mundharmonika-Solo überrascht hat und nahezu jeder Gast auf der Tanzfläche war …

… sitzt die Freundin von Suz morgens um vier sauer auf dem Rücksitz von Moritz und Annes Volvo (Anne hat ihr netterweise angeboten, sie an der Bahn rauszulassen). Das knackige Hinterteil und Suz stehen im Outdoorbereich der Rheinterrassen und schauen sich – ohne auch nur einen Hauch zu frieren – die Skyline von Köln an, deren Lichter mit den Sternen um die Wette funkeln.

„So viel haben wir lange nicht mehr getanzt. Was für eine wundervolle Nacht!“ lächelt Anne zufrieden und legt ihren Kopf an die Schulter von Moritz, der nicht nur heute fahren muss, sondern auch in wenigen Stunden Anna die erste Flasche warm macht.

Fortsetzung folgt …